Nachhaltigkeit

Nach|hal|tig|keit?

Der Duden beschreibt (Stand 03/2023) zwei Bedeutungen:

  1. Eine längere Zeit anhaltende Wirkung
  2. Ein Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereit gestellt werden kann

Beide Bedeutungen spielen für den VNU eine große Rolle, da langfristige Strategien und Konzepte zum Schutz und zur Gestaltung unseres Lebensraums gefunden und verfolgt werden wollen.

Die internationale Staatengemeinschaft formulierte 1992 bei der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro das erste Leitbild der nachhaltigen Entwicklung.  Dieses beinhaltete die Verpflichtung, sowohl die soziale Kluft zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern zu begrenzen als auch die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und mündete in die "Agenda 21", das Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert.

Ab 2010 starteten die Vereinten Nationen eine globaleEntwicklungsagenda, die zunächst in zehn Millenniumsentwicklungszielen (Millennium Development Goals, MDGs) festgehalten und letztlich daraus am 25. September 2015 die 17 globalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung entstanden. Begleitet von der 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung verabschiedeten Staats- und Regierungschefs von 193 Mitgliedstaaten und engagieren sich im Kampf gegen Hunger und Armut, fördern bezahlbare und saubere Energie, betreiben aktiven Klimaschutz oder schaffen die Voraussetzungen für lebenswerte, zukunftsfähige Städte. Die Basis bildet ein ausgewogenes Gleichgewicht der gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Dimension, formuliert insgesamt 169 Unterziele und spricht alle Akteure (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft) gleichermaßen an.

Weiterführende Links?

Sustainability im Department of Economic and Social Affairs der United Nations
https://sdgs.un.org/goals

Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie
https://www.bmuv.de/themen/nachhaltigkeit-digitalisierung/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/deutsche-nachhaltigkeitsstrategie

Welche Standards gibt es?

Den einen Standard für Nachhaltigkeitsmanagement gibt es nicht. Für unterschiedliche Themenfelder, die zum Nachhaltigkeitsmanagement gehören, bringen Organisationen die folgenden Standards zur Anwendung:

ISO 26000 - Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung

Dieser internationale Standard versteht sich als Leitfaden für die Nachhaltigkeit in Organisationen. Er enthält jedoch keine konkreten Anforderungen insbesondere an ein Managementsystem, wie z. B. bei der ISO 14001 oder ISO 45001. Aus diesem Grund gilt die ISO 26000 auch nicht als zertifizierbarer Standard.

Global Reporting Initiative (GRI)

Die Global Reporting Initiative entwickelt und veröffentlicht einen Berichtsstandard zur Verbesserung der Transparenz der Nachhaltigkeitsleistung von Organisationen. Der Standard deckt somit nur einen Teilaspekt des Nachhaltigkeitsmanagements ab, ist daher nicht direkt als Standard für Nachhaltigkeitsmanagement zu verstehen.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ist wie GRI ein Berichtsstandard und somit ebenfalls nicht direkt als Standard für Nachhaltigkeitsmanagement anzusehen..

Kann ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem zertifiziert werden?

In Deutschland existiert aktuell kein Standard zur Zertifizierung eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems im akkreditierten Bereich. Stellen, die Zertifikate zum Nachhaltigkeitsmanagement ausstellen, tun dies deshalb bisher ohne Zulassung und Überwachung und genießen auch nicht die gleiche Glaubwürdigkeit und Anerkennung wie akkreditierte Zertifizierungsstellen. Gleiches gilt für die entsprechenden Zertifikate.